Verlange das, was Du von Deiner Uhr verlangst:

Niemals stehen bleiben

Seit dem 1. Januar dieses Jahres ist Ralf Pfeiffer Geschäftsführer von Juwelier Wempe Dresden. Über seine beruflichen Erfahrungen und Visionen für die Zukunft sprach er mit Mr. Dresden®, alias Rolf Leube, am Neumarkt.

„Mr. Dresden®“: Was ist Ihr geschäftliches Motto?

Ralf Pfeiffer: Ich lebe nach dem Leitspruch von Walter Lange, Neugründer von A. Lange & Söhne nach der Wende und Urenkel von Walter Lange, dem Gründer von A. Lange & Söhne: „Verlange immer das von Dir, was Du auch von Deiner Uhr verlangst, niemals stehen bleiben“.

„Mr. Dresden®“: Wenn Sie nach diesem Leitsatz leben, dann haben wir von Ihnen in der Position des Geschäftsführers einiges zu erwarten. Mit welchen Zielen sind Sie angetreten?

RP: Die sächsische Uhrmacherkunst liegt mir sehr am Herzen. Deshalb möchte ich gerne den Standortvorteil zu Glashütte nutzen und den Dresdnern das Gefühl für mechanische Uhren, aber auch für hochwertigen und exklusiven Schmuck intensiver vermitteln.

„Mr. Dresden®“: Haben Sie dafür bereits einen Masterplan?

RP: Zunächst muss man dafür ein solides Fundament schaffen, bevor man erfolgreich expandieren kann. Wir als Familienunternehmen Juwelier Wempe haben viele Alleinstellungsmerkmale, die dafür sorgen, dass wir immer im Plusbereich und auf Expansionskurs bleiben. So haben wir durch das Thüringer Mess- und Eichwesen und das sächsische Staatswesen die Zulassung und Zertifizierung der Wempe Chronometerwerke und der Wempe Zeitmesseruhren in unserer Sternwarte in Glashütte erhalten. Damit sind wir zur Zeit die Einzigen in Glashütte, die Uhren nach deutscher DIN - Norm prüfen. Das zweite Alleinstellungsmerkmal liegt in einer eigenen Schmucklinie unter dem Label „By KIM“. Weiterhin haben wir in Dresden eine chinesische Mitarbeiterin eingestellt, die in der Uhrmacherkunst qualifiziert ist und die beide Sprachen fließend beherrscht. Damit werden unsere chinesischen Kunden bestens bedient. Ein eigener Uhrmacher vor Ort sorgt dafür, dass wir viele Uhren nicht zum Produkthersteller weiterleiten müssen. Außerdem haben wir die Alleinvertretung im Raum Dresden der Uhrenmarke „Patek Philippe“, die nach wie vor als Nummer Eins in Insiderkreisen genannt wird. Wir haben hier ein weiteres großes Pfund, das andere nicht haben, die Nähe zu Glashütte und dass unser Geschäft am schönen Neumarkt neben der Frauenkirche liegt.

„Mr. Dresden®“: Bei den vielen Alleinstellungsmerkmalen müsste Ihr Umsatz brummen?

RP: Im Hause Wempe haben wir die Jahreszielsetzung für 2015 bereits im Dezember 2014 festgelegt. Meine Repräsentanz hatte schon in den ersten zwei Monaten dieses Jahres zweistellige Wachstumsraten. Mit einer jährlichen Umsatzsteigerung von drei Prozent kann jeder zufrieden sein. Ich bin nach den ersten beiden Monaten sehr optimistisch und würde mich freuen, wenn es so weitergeht. Dann wäre 2015 für mein Team und mich ein weiteres erfolgreiches Jahr für Dresden in der Firmengeschichte.

„Mr. Dresden®“: Wie viele Uhrenmarken vertreten Sie hier im Geschäft am Neumarkt?

RP: Es sind fünf sächsische und 14 weitere Uhrenmarken aus aller Welt – vorwiegend jedoch aus der Schweiz.

„Mr. Dresden®“: Wo ist Wempe überall vertreten?

RP: Vorwiegend in Deutschland, Österreich, Frankreich, Spanien, London, New York, Peking und auf der MS Europa.

„Mr. Dresden®“: Sie sind von Ihrer jetzigen Position so fasziniert. Woher kommt diese Begeisterung?

RP: Ich war sechseinhalb Jahre bei A. Lange & Söhne beschäftigt und habe dort die Luxusuhrenwelt kennengelernt. Davor war ich viel weltweit unterwegs und sehe mich mittlerweile als Weltbürger. Wenn man dann wieder nach Dresden heimkehrt und die vielen Chancen und Entfaltungsmöglichkeiten in der Stadt sieht – wie soll ich da nicht begeistert reagieren? Glauben Sie mir – ich habe bereits viele Paradiese auf dieser Welt gesehen und habe festgestellt, dass das Dresdner Paradies ein Zustand ist, für den ich täglich dankbar bin.

„Mr. Dresden®“: Welche Zielgruppen sprechen Sie an?

RP: Der Einstieg in die Faszination mechanischer Uhren beginnt bei 500 Euro. Die Luxusuhr fängt in der Regel bei 10.000 Euro an. Es gibt einige Sammler, die sehr gute Wertsteigerungen bei ihren Uhren haben. Die Wertsteigerungen entstehen dadurch, dass es immer mehr Sammler auf dieser Welt gibt. Hauptzielgruppe sind dabei deutsche Sammler und seit einiger Zeit auch die Chinesen, die erst noch am Anfang des Sammelns stehen. Man sollte heute im Vermögensportfolio etwas Gold (bis 10%), mindestens eine oder zwei Immobilien und eine oder mehrere Luxusuhren haben.

„Mr. Dresden®“: Wie ist das Verhältnis von Dresdner Käufern und Touristen?

RP: Bisher hält sich der Umsatz ziemlich die Waage, ich werde aber künftig mehr Wert auf den Dresdner als Kunden legen, der über hohe Liquidität verfügt, wenn man sich die Spareinlagen der Banken in Dresden anschaut.

„Mr. Dresden®“: Angenommen, Sie würden von der Stadt Dresden, 100 Millionen Euro als Investitionskapital erhalten – was würden Sie sofort damit tun?

RP: Zum einen würde ich die größte Summe in die Belebung des Neumarktes für den Dresdner investieren, d.h., in Einrichtungen investieren, die den Dresdner wirklich interessieren. Weiterhin würde ich das Projekt „Herz gewinnt! Spenden um zu helfen“ unterstützen. Dabei geht es um Transportinkubatoren für Neugeborene die dringend für Dresdner Krankenhäuser benötigt werden.

„Mr. Dresden®“: Wie sehen Sie die Stadt Dresden im Jahre 2025?

RP: Definitiv auf Augenhöhe mit München und Hamburg. Ich gehe auch davon aus, dass die Kaufkraft bis dahin dem Niveau der beiden Städte entsprechen wird. Den Immobilienmarkt sehe ich zweigeteilt. Zum einen wird die Innenstadt Preise wie München und Hamburg aufrufen. Zum anderen wird es die Umgebung mit einem Radius von ca. 100 km geben, die sich auch weniger Bemittelte leisten können.

„Mr. Dresden®“: Ich drücke Ihnen die Daumen, dass Sie Ihre Ziele erreichen und freue mich auf ein nächstes Wiedersehen.